Es gibt diese Phasen im Leben, in denen du dich fragst: Was stimmt eigentlich nicht mit meinem Körper?
Du schläfst schlechter, bist schneller reizbar, fühlst dich aufgeschwemmt, der Zyklus macht wieder mal, was er will – und gleichzeitig sagt jeder Arzt: „Ihre Blutwerte sind normal.“
Ich verstehe dich total.
Viele Frauen haben genau diese Erfahrung gemacht. Und sie hat meist einen Namen, der selten laut ausgesprochen wird: Östrogendominanz.
Das Gute ist:
Du kannst Östrogendominanz behandeln – und zwar auf natürliche, hormonfreundliche, alltagsnahe Weise. Ohne komplizierte Protokolle, sondern mit einem Verständnis für deinen Körper, das dich wirklich weiterbringt.
Lass uns ganz in Ruhe durchgehen, was in deinem Körper passiert, warum so viele Frauen betroffen sind und welche Schritte dir wirklich helfen.

Was ist Östrogendominanz?
Östrogendominanz bedeutet nicht zwingend, dass du „zu viel Östrogen“ hast.
Es bedeutet, dass das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Und das ist wichtig:
Es reicht bereits, wenn Progesteron zu niedrig ist – ganz ohne erhöhtes Östrogen.
Das hormonelle Gleichgewicht ist wie eine Waage. Wenn eine Seite sinkt, wirkt die andere automatisch zu hoch.
Warum betrifft Östrogendominanz so viele Frauen?

Weil wir in einer Zeit leben, in der mehrere Faktoren gleichzeitig wirken:
– Dauerstress (Cortisol „frisst“ Progesteron)
– schlechte Entgiftung der Leber
– Umweltöstrogene aus Plastik, Kosmetik, Nahrung
– Schlafmangel
– Darmprobleme
– Ernährung, die Entzündungen begünstigt
– Zyklusveränderungen ab 35–40
Und das Nervensystem vieler Frauen läuft chronisch im roten Bereich.
Wenn Östrogen nicht gut abgebaut wird oder Progesteron sinkt, schiebt sich der Körper in eine Art hormonellen Nebel – und genau das spürst du.
Typische Symptome einer Östrogendominanz
Viele Frauen erkennen sich hier wieder:
- Wassereinlagerungen
- Stimmungsschwankungen
- schmerzhafte oder schwere Periode
- PMS
- Brustspannen
- Schlafprobleme
- Gewichtszunahme, besonders an Hüften und Bauch
- Kopfschmerzen
- unruhige, empfindliche Haut
- Müdigkeit trotz Schlaf
- Reizbarkeit und Stressintoleranz
Nicht jedes Symptom muss auftreten.
Aber wenn du mehrere davon kennst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Östrogendominanz eine Rolle spielt.
Warum Östrogendominanz so kraftvoll auf Körper & Psyche wirkt
1. Östrogen beeinflusst deinen Blutzucker
Ein Ungleichgewicht sorgt für Heißhunger und Energiedipps.
2. Östrogen steuert Wassereinlagerungen
Deshalb fühlst du dich „aufgeschwemmt“.
3. Östrogen verstärkt Stressreaktionen
Deshalb bist du schneller reizbar oder emotional.
4. Östrogen wirkt auf das Gewebe
Zu viel → Schmerzen, Spannung, empfindliche Brust.
5. Östrogen beeinflusst die Leber
Die Leber ist unser Hauptorgan für den Hormonabbau.
Wenn die Östrogenwege blockiert sind, wird alles verstärkt:
PMS, Emotionen, Völlegefühl, Müdigkeit, Schlafprobleme.
Wie Östrogendominanz entsteht – ein Blick auf die Biochemie
1. Die Leber arbeitet auf Sparflamme
Alkohol, Stress, wenig Schlaf, zu wenig Bitterstoffe – all das blockiert die Phase-I- und Phase-II-Entgiftung.
2. Der Darm scheidet Östrogen nicht richtig aus
Zu wenig Ballaststoffe → Östrogen wird reabsorbiert statt ausgeschieden.
3. Progesteron sinkt
Stress = Cortisol steigt
→ Der Körper baut Progesteron ab, um Cortisol zu produzieren.
4. Xenoöstrogene
Chemikalien imitieren Östrogen – z. B. aus:
- Plastik
- Duftstoffen
- konventioneller Kosmetik
- Pestiziden
5. Zyklusveränderungen ab 35
Mit jeder Eisprung-freien Phase sinkt Progesteron.
Östrogendominanz behandeln – was wirklich funktioniert

Viele Frauen denken, sie müssten alles auf einmal verändern.
In Wahrheit brauchst du nur vier Schritte – und die lassen sich wunderbar in deinen Alltag integrieren.
Schritt 1: Ernährung, die Östrogen abbaut
Das ist dein stärkster Hebel.
Bitterstoffe
Bitterstoffe aktivieren die Leber.
- Chicorée
- Radicchio
- Rucola
- Grapefruit
- Artischocke
- Brokkoli-Sprossen
Ballaststoffe
Sie binden überschüssiges Östrogen.
- Leinsamen
- Hafer
- Kichererbsen
- Gemüse
- Beeren
Lebensmittel zur Phase-II-Entgiftung
Besonders wirksam:
- Kreuzblütler (Brokkoli, Rotkohl, Weißkohl)
- Knoblauch
- Kurkuma
- Ingwer
Eiweiß
Ohne Protein kann dein Körper keine Hormone bauen.
Frauen essen oft zu wenig davon.
Schritt 2: Stressreduktion – der unterschätzte Faktor
Stress ist der größte Progesteron-Zerstörer.
Ein dauerhaft hohes Cortisol-Level sorgt dafür, dass Progesteron „verbraucht“ wird.
Was schnell hilft:
- 10 tiefe Atemzüge vor jedem Essen
- 2 Minuten spazieren nach Mahlzeiten
- Magnesium am Abend
- Koffein reduzieren
- Bildschirmpausen
- Schlaf priorisieren
Diese kleinen Biohacks sind oft der Wendepunkt.
Schritt 3: Xenoöstrogene vermeiden
Das bedeutet:
- Glas statt Plastik
- Edelstahl statt Teflon
- Naturkosmetik statt Parabenen
- Bio-Gemüse statt Pestiziden
- Duftstoffe reduzieren
Das klingt klein – ist aber extrem wirksam.
Schritt 4: Die Leber entlasten
Die Leber ist deine hormonelle Superheldin.
Unterstützend wirken:
- Bitterstoffe
- warmes Zitronenwasser
- Kurkuma
- Alkohol reduzieren
- abends leichte Mahlzeiten
- ausreichend Eiweiß
Frauen berichten oft schon nach wenigen Tagen von:
– leichterem Bauchgefühl
– besserem Schlaf
– weniger Wassereinlagerungen
Wann du Ergebnisse spürst
Die meisten Frauen merken innerhalb von:
- 7 Tagen → besseres Bauchgefühl
- 2 Wochen → weniger PMS & Wassereinlagerungen
- 1 Zyklus → stabilere Stimmung
- 2–3 Zyklen → deutlich bessere Regel & Energie
Dein Körper reagiert schneller als du denkst, wenn er bekommt, was er braucht.
Fazit
Östrogendominanz ist kein unausweichliches Schicksal.
Sie ist ein Zeichen dafür, dass dein Körper Unterstützung braucht – und du kannst enorm viel selbst beeinflussen.
Mit der richtigen Ernährung, Stressmanagement, Xenoöstrogen-Reduktion und einer starken Leber entlastest du nicht nur Östrogen, sondern unterstützt auch deine gesamte hormonelle Architektur.
Hormonbalance wiederherstellen bedeutet nicht: perfekt sein.
Es bedeutet: deinen Körper verstehen. Schritt für Schritt entlasten. Und wieder spüren, dass du in deinem eigenen Körper zuhause bist.







